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- Messeerweiterung
Nach einem intensiven "Beteiligungsverfahren" für
die umgebenden Quartiere im Jahr 2000 trat im Jahr 2001 erst einmal
das behördentypische Schweigen ein. Lediglich die Ausschüsse
der Bürgerschaft setzten - ohne ausdrückliche Beteiligung
der Öffentlichkeit - ihre Beratungen über das Vorhaben fort.
Am 27. Juni 2001 wurde die letzte Drucksache "Weiterentwicklung
der Hamburg-Messe - Planerisch/bauliches Konzept (Sentasvorlage)"
von der Bürgerschaft an ihre
Ausschüsse für Wirtschaft bzw. Stadtentwicklung überwiesen.
Diese gaben ihre Stellungnahme gegenüber dem rot-grünen
Senat noch vor der parlamentarischen Somemrpause 2001 ab. Rechtzeitig
vor den Wahlen wurde Anfang September die Ausschreibung für den
InvestorInnen-Wettbewerb veröffentlicht. Die Bewerbungsfrist
endete am 31.01.2002. Im Verlauf des Wettbewerbs und auch bis Mitte
Februar wurden den AnwohnerInnen in den umgebenden Quartieren keine
aktuellen Informationen zugänglich gemacht.
"Historische" Hintergrund-Infos gibt es hier.
- Wasserturm Sternschanze
Das Projekt Imax-3D-Erlebniskino mit ca. 1 Mio BesucherInnen jährlich
ist gescheitert, doch nicht genug mit der Messeerweiterung im Schanzen-
und Karo4tel: jetzt sollen die alten Hotel-Pläne wieder aufleben.
Ausgerechnet die GAL, die vor der Bürgerschaftswahl im September
1997 gegen eine rein kommerzielle Nutzung war, den Turm sogar als
Objekt ihrer Wahlwerbung nutzte ("Zurück an Absender - dieser
Turm gehört allen"), stellte im April 2000 den Antrag, ihn
zu einem Hotel umzubauen. Gleichzeitig stimmt sie dem Bau eines zehngeschössigen
Dorint-Hotels (vier Geschosse mehr als dort üblich) unmittelbar
in der Nähe des Wasserturms (Ecke Rentzelstraße/Schröderstifstraße
zu. Die anfangs festgeschriebene 50-%ige öffentliche Nutzung
des Wasserturms wird eiskalt ignoriert, ebenso die bereits zahlreich
vorliegenden Ideen der AnwohnerInnen für eine stadtteilverträgliche
Nutzung. EigentümerInnen: Herr und Frau Storr, München.
Weitere Infos gibt es hier.
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- Wohn- und Gewerbeneubauten
Ecke Altonaer Straße/Schulterblatt und entlang der Max-Brauer-Allee
("Max 1" und "Max 2")
sind im Rahmen der Voruntersuchungen bzw. der Sanierung nördliches
Schanzenviertel vorgesehen. Geplant ist eine Quartiersgarage für
das Gebiet Schulterblatt, ohne die Kapazitäten in bereits vorhandenen
Tiefgaragen auszunutzen.
- Laue-Gelände,
jetzt "Sternquadrant" genannt, im Quaree Lagerstraße/Kampstraße/Schanzenstraße
U.a. wurde der Parkplatz Ecke Ludwigstraße/Schanzenstraße
bebaut, der Gehweg gegenüber der Schule wurde mit Arkaden überbaut.
- Bestehende Wohnhäuser sind vom
Abriss bedroht.
Die BewohnerInnen wehren sich heftig und gemeinsam - leider nur
zum Teil mit Erfolg
- Gewerbe, z.T. bereits in Betrieb,
z.T. noch nicht gebaut (Aufwertung!)
- Das geplante Kino 4001 wurde nicht
realisiert. Statt dessen wurden Büros für die quartierstypischen
Unternehmen aus dem Multimedia-Bereich errichtet... und stehen
vorraussichtlich leer!
- Sitz der InvestorInnen bzw. der
ProjektentwicklerInnen/ArchitektInnen (u.a. Nugent & Lange in
der ehemaligen Piano-Fabrik (Steinway))
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- Gewerbehof Schulterblatt
58 (in Betrieb)
"Hochwertiges" Gewerbe: Medien, Film, Architektur. Die sich stetig
verschlechternde Grundversorgung im gesamten Quartier schreitet hingegen
weiter voran.
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- Rote Flora (seit
Jahren in Betrieb)
Hier wird seit Jahren wichtige ehrenamtliche Arbeit mit dem und für
den Stadtteil geleistet. Die Nutzung als Stadtteil- und Kulturzentrum
ist jedoch immer noch nicht anerkannt und abgesichert... Die Organisation
des Stadtteilfestes 1999 zum 10-jährigen Bestehen der Roten Flora
wurde von PolitikerInnen (Rädelsführer in der SPD Hamburg-Mitte)
massiv behindert. Dieses Verhalten ist charakteristisch für den
schwelenden Konflikt zwischen selbstorganisierter quartiersbezogener
Arbeit und der Ignoranz der meinungsbeherrschenden politischen Gruppen
im Bezirk Hamburg-Mitte. Dabei stört das Stadtteilzentrum Rote
Flora (den Konsum)! Immerhin werden die Aufforderung einiger Biedermänner
aus dem Bezirk Mitte, die Rote Flora "am besten gleich abzufackeln",
nicht einmal in ihren Landesparteien Ernst genommen. Am 20. März
2001 wurde die Rote Flora an den Immobilien-Menschen Kretschmer verkauft,
der auch im Besitz der Riverkasematten, der alten Polizeiwache am
Dammtor und des alten Katasteramtes in Altona ist. Die Verträge
stammen aus dem Notariat Voscherau, wie auch der Vertrag über
den Verkauf des Wasserturms im Schanzenpark. (siehe Punkt 2). Die
Stellungnahme der Floristen zum Verkauf gibt es auf deren Webseiten.
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- Fleischgroßmarkt/Schlachthof:
Lagerstraße/Sternstraße
Die Regelung des LKW-Verkehrs wurde durch Hinweisschilder verbessert.
Fraglich ist jedoch, wie der LKW-Verkehr nach Erweiterung der Hamburg-Messe
den Schlachthof erreichen soll - möglicherweise wird er durch
die angrenzenden Wohngebiete führen. Der geplante neue Verlauf
der Lagerstraße von der Karolinenstraße aus ähnelt
eher einer Slalom-Strecke, so dass viele Trucker die westliche Zufahrt
durch das Schanzenviertel bevorzugen werden.
- Conti-Markt (Wal*Mart):
Neuer Kamp/Budapesterstraße (in Betrieb)
Die bestehenden Pachtverträge enden in wenigen Jahren. Ob und
wann eine Verlängerung der Verträge beschlossen wird, erscheint
recht unsicher, denn nach Wegfall der Mietpreisbindung für das
Sanierungsgebiet/Aufhebung der Sanierungsverordnung sind Flächen
und Gebäude möglicherweise für eine "höherwertige"
Nutzung attraktiv.
Großes Stellplatzangebot, das bei verbessertem Parkraummanagement
durchaus den Bau weiterer Stellplätze überflüssig machen
könnte.
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- Schilleroper: Lerchenstraße/Schilleroper
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Es wurde in Form einer
Zirkus-Manege als Rundbau errichtet und anfänglich auch entsprechend
genutzt. Es folgten zahlreiche andere Nutzungen wie Theater, Varieté
und Wohnunterkunft. Wurde auch schon als möglicher Imax-Kino-Standort
genannt. Weitere Planungen werden im Moment nicht realisert werden
können, da die Baubehörde Widerspruch gegen die aktuelle
Konzeption (Veranstalungszentrum und Büros) eingelegt hat.
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- Alte Rinderschlachthalle
Neuer Kamp/Feldstraße
Aus dem Vorhaben "Stadtteilzentrum" wurde
ein Kommerzzentrum mit Existenzgründeretage, Schlumper MalerInnen
und einem mehr oder weniger "öffentlichen" Durchgang
(nachts häufig nur noch für VeranstaltungsbesucherInnen
zugänglich). Neben dem erhöhten Verkehrsaufkommen durch
die Veranstaltungen im Neuen Schlachthof nervt auch der Lärm
zahlreicher Musikveranstaltungen in dem technisch dafür kaum
geeigneten Gebäude die AnwohnerInnen. Zu allem Überfluss
wird die Wiese neben dem Gebäude von den VeranstalterInnen als
Parkplatz genutzt und damit weiter zerstört.
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- "Schicker"
Umbau des St. Pauli-Stadions
Erhöhung der Sitz- und Stehplatzzahlen von 20.000 auf bis zu
36.000. Befürchtung: Neues autonutzendes Klientel aus einem großen
Einzugsbereich wird angezogen (mehr Verkehr!). Man spekuliert auf
auf die Tiefgarage am Feldeck, die im Zuge der Messeerweiterung im
Gespräch war. Die UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung)
und ein Verkehrsgutachten können in der Geschäftsstelle
des FC St. Pauli angefordert werden. Im Herbst 2001 wurden neue Pläne
für das Stadion und eine umfangreiche "Mantelbebauung"
- (u.a. ein 16-geschossiger Büroturm für den Sponsor Securvita)
präsentiert. Inzwischen ist das Interesse von Securvita schon
wieder erloschen.
Bilder vom neuen Stadion
- Parken auf der Glacischaussee
Die Glacischaussee wird an Dom-Wochenenden und bei großen Messen
gesperrt und als Stellplatzanlage bewirtschaftet (ca. 800 Stellplätze).
Es gab Pläne, sie Rahmen der Messeerweiterung/-verlagerung mit
einer Tiefgarage von über 4.000 Stellplätzen achtgeschossig
zu unterkellern. Die Absurdität dieser Planung ist inzwischen
auch dem Senat aufgegangen. Jetzt denkt man an eine Tiefgarage mit
1.500 Stellplätzen unter dem Feldeck und Teilen des nördlichen
Heiligengeistfeldes (s. Punkt 30).
- Neuer, bereits maroder
U-Bahn-Ausgang (U3) St. Pauli
Die enorm hohen Baukosten von über 7 Mio. DM wurden unter anderem
dadurch verursacht, daß beim Deckendurchbruch die ohnehin recht
geringe Stabilität des Tunnels weiter beeinträchtigt wurde.
ÖPNV-freundliche Maßnahme, allerdings eine Bebauung des
Heiligengeistfeldes
- Neubauten auf dem
Gelände der Eisengießerei
Im Gebiet Simon-von-Utrecht-Straße/Clemens-Schulz-Straße/Budapester
Straße
Völliger Umbau der stadtgeschichtlich interessanten Eisengießerei!
Die Fassade und die Halle sollen zwar erhalten bleiben, das gesamte
Erscheinungsbild wird jedoch durch eine vollständige Um- und
Überbauung der alten Substanz grundlegend verändert. Übrig
bleibt nur die Klinkerfassade, umrahmt von einer Glasfassade (Passepartout).
Es sollen Neubauten mit Büros, Restaurants und einigen Loftwohnungen
für das gehobene Designer-Medien-Klientel gebaut werden. Außerdem
soll eine Tiefgarage entstehen - mehr motorisierter Verkehr vermutlich
auch. Die Bauvorbereitungen (Bodenaustausch), die Einrichtung der
Baustelle, Abbrucharbeiten und das Ausheben der Baugrube haben im
1. Halbjahr 2001 stattgefunden. Seither stockt die Fortführung
der Bauarbeiten, da der Eigentümer vor lauter Umplanungen nicht
mehr weiß, was er eigentlich bauen will.
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- Millerntor-I-Hochhaus
Rein kommerzielle Nutzung. Keine öffentliche Fläche, kein
kostenloses Verweilen (Sitzen) möglich. Die private Hoheit im
Gebäude und auf den angrenzenden Bürgersteigen wird durch
"Schwarze Sheriffs" konsequent durchgesetzt. Anfags wurde, um
den peinlichen Leerstand zu kaschieren, von den EigentümerInnen
als Großnutzer der Internet-Provider AOL (Bertelsmann) angeworben,
der - wie man hörte - seit Sommer 1999 dort mietfrei (!) residiert.
Eine Tiefgarage mit 590 Stellplätzen wird von diversen InvestorInnenen
mit in ihre Stellplatzplanung einbezogen (FC St. Pauli, Urban Entertainment
Center (bzw. Nachfolgeprojekte), etc.)
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- Bebauung des Geländes
der ehemaligen Aral-Tankstelle: Simon-von-Utrecht-Straße/Seilerstraße
Ehemals "Fliegende Bauten". Bis Herbst 2001 wurde die Fläche
für Zirkus- und Varietévorstellungen genutzt (keine eigenen
Parkplätze vorhanden). Planungen sehen Wohnbebauung zur Seilerstraße
und Büro- bzw. Hotelbebauung zur Simon-von-Utrecht-Straße
vor. Das Varieté ist inzwischen mit Genehmigung des rot-schwarzen
Bezirks Hamburg-Mitte in die südlichen Wallanlagen umgezogen.
Ein erheblicher Anteil der öffentlichen Grünanlage wurde
dem Kommerz geopfert.
- Gelände Astrabowling:
Zirkusweg/Spielbudenplatz:
Nachdem das Unterhaltungs-Ufo "Urban Entertainment
Center" spurlos entschwebt ist, will sich der bekannte Hamburger
Immobilien-Entwickler Büll & Liedtke der Flächen annehmen.
"Ausnahmsweise" sollen an dieser Stelle Büros errichtet
werden. Damit droht entweder weiterer Büroleerstand oder aber
ein weiter Beitrag zum Strukturwandel im Süden des Stadtteils.
Der in seiner Existenz bedrohte Mojo-Club konnte einen neuen Standort
am Nobistor finden.
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- Neubauten zwischen
Gerstäckerstraße und Ludwig-Erhard-Straße
Die Unternehmensberatungsfirma KPMG baute hier seit Mitte 2000 ihre
Zentrale, deren 13-geschössiger Eckturm den Blick auf den Michel
verdeckt. Zur Gerstäckerstraße und zum Zeughausmarkt hin
wurden auch neue Wohnungen errichtet. Das Verhältnis zwischen
Wohn- und Gewerbeflächen ist im Laufe der Planungen zugunsten
von KPMG von ca. 40:60 auf weniger als 20:80 zurückgegangen.
- Hafenkrankenhausgelände:
Zirkusweg/Seewartenstraße
Bau von SeniorInnen-Wohnungen und eines Gesundheitszentrum. Durch
ein Moderationsverfahrung wurde versucht, die wichtige Bettenfrage
und die Möglichkeiten der dauerhaften Finanzierung zu klären.
Die weitere Existenz der Notfallambulanz ist nicht gesichert, obwohl
sie in einem Stadtteil mit über 20 Mio. BesucherInnen jährlich
dringendst erforderlich ist.
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- St. Pauli-Landungsbrücken:
Aufwertung und Umbau
Verteuerung des Angebotes, größere Attraktivität für
TouristInnen, geringere Aufenthaltsqualität für "kleine
Leute". Aufwertung der Elbpromenade. Auch der umstrittene Investor
Klausmartin Kretschmer setzt offenbar große Hoffnungen in diesen
Standort und saniert die örtlichen Kasematten daher aufwändig
für Besserverdienende, wobei er zahlreiche Bäume auch auf
Nachbargründstücken (!) fällen ließ. Der Ex-Senat
würdigte diese Investition mit einem Event für "Online-Kapitäne"
und ließ bei dieser Gelegenheit die protestierenden AnwohnerInnen
von der Polizei verprügeln. Siehe auch Punkt (29).
- Projekt "Kleine
Freiheit": Umbau des Niebuhr-Hochhauses und seiner Sockelgeschosse
an der Reeperbahn, Höhe Nobistor
Geplant waren Ketten-Gastronomie, Theater, Bau einer Tiefgarage mit
5 Etagen unter der Grünanlage Finkenstraße (spannendes
"Unterwasser"-Parken in den unteren Geschossen, die weit unterhalb
des Grundwasserspiegels liegen). Die BetreiberInnen rechneten mit
bis zu 25.000 BesucherInnen täglich. Gegen diese Pläne regte
sich heftiger Widerstand. Inzwischen
sind die Pläne bis auf Weiteres (?) allerdings in der Schublade
verschwunden.
Der Städtebaulicher Vertrag von
2000 zwischen der FHH und dem ehemaligen Investor bleibt weiterhin
gültig. Wahrscheinlich wird
er selbst gar nicht mehr Bauherr sein, sondern sich seine bisherigen
Investitionen durch Veräußerung des Objektes zusammen
mit den bereits erteilten Genehmigungen "vergolden" lassen.
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- Bordell "Pascha"
im Hotel Interrast
Eigentümer der Gebäude: Willi Bartels
Die geschäftlichen Verbindungen zum Projekt "Kleine Freiheit"
wurden bereits im Jahr 2000 aufgelöst, da offenbar selbst die
Bordellbetreiber die Seriosität des Investors anzweifeln.
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- Großkino am
Nobistor
Auf den ehemaligen Flächen des Möbelhauses Brandes plante
der bekannte Investor Claus Becker ein Kinocenter mit Multiplex-Kino,
Gaststätten- und Restaurant-Betrieben. Das hochspekulative Projekt
kam nicht zustande, da das gesamte Immobilien-Eigentum CB's im Jahr
2001 unter Zwangsverwaltung gestellt wurde.
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- Saga-Neubauten:
Ecke Simon-von-Utrecht-Straße/Talstraße
Wohnungsneubau "SAGA-RIEGEL": die SAGA forciert den Abriss
der historischen Terrassenhäuser und schikaniert die BewohnerInnen
durch Eingittern des Geländes und Nichtvermietung leerstehender
Wohnungen! Der Zugang zu den Terrassenhäusern in der Talstraße
war zeitweilig nur von der gefährlichen, schnell und stark befahrenen
Simon-von-Utrecht-Straße möglich. Selbst PaketzustellerInnen
und die Polizei hatten häufig Schwierigkeiten, die Häuser
zu erreichen. Die Zugänge zur Paul-Roosen-Straße über
den alten Weg am Grenzgang entlang wurden durch einen Zaun gesperrt.
Die BewohnerInnen wollen bleiben und wehren sich. Das Bauamt Hamburg-Mitte
unterstützte die Saga in ihrem Bestreben, die historischen Terrassenhäuser
abzureißen. Damit werden einige der letzten historischen Häuser
St. Paulis aus der Zeit um 1870 dem Erdboden gleichgemacht. Weitere
Infos gibt es hier.
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- Abbruch des Betriebsgebäudes
des ehemaligen Kraftwerks Karoline: Karolinenstraße
Umnutzung für Messe-Stellplätze (Parkhaus). Voraussichtlich
wird das Gebiet bis zur Lagerstraße zur Messe-Erweiterung genutzt,
d.h. es sollen dort neue Messehallen gebaut werden. Die HEW hat diese
Flächen am 31.12.2001 an die Liegenschaft der FHH zurück
gegeben. Der Preis des Geländes betrug mehr als 10 Mio. €.
Die alten Kraftwerksgebäude wurden inzwischen vollständig
abgebrochen. Auch das denkmalgeschützte ehemalige HEW-Verwaltungsgebäude
an der Karolinenstraße ist vom Abbruch bedroht.
- Großdiskothek
mit 800-1000 Plätzen im Bunker auf dem Heiligengeistfeld
Die Stellplatzanlage mit 110 Plätzen dürfte bei gleichzeitiger
Nutzung durch die "normalen" MieterInnen (FotografInnen, Agenturen)
nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. Wie insbesondere die AnwohnerInnen
der Feldstraße aus leidvoller Erfahrung bestätigen können,
neigen viele der "prominenten" und weniger prominenten Gäste
beim nachmitternächtlichen Autofahren zur "Bleifußkultur".
Auch dieses rücksichtslose Verhalten beweist wieder einmal, daß
solche Einrichtungen in einem Wohngebiet nichts zu suchen haben.
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- Bavaria Brauerei
Wurde Anfang 1998 von der FHH für knapp 100 Mio. DM erworben.
Im Herbst wurden die Anlagen und das Grundstück für 115,7
Mio. DM an den Holsten-Konzern weiter verkauft. Holsten garantierte
die Beschäftigung von 220 MitarbeiterInnen bis 31.12.2002 und
hat diese Garantie im Jahr 2000 verlängert. Die meisten MitarbeiterInnen
werden aber bald nicht mehr auf St. Pauli arbeiten, denn im Frühjahr
2001 wurde die Brauerei an eine InvestorInnen-Gruppe um den Kiez-Magnaten
Willi Bartels verkauft.
Die künftige Nutzung der Flächen wird mit der über
100-jährigen Brautradition der
früheren "Actien-Brauerei" kaum noch etwas zu tun haben.
Übrig bleiben soll nur noch eine "Spaß-Brauerei"
mit Vorführcharakter, aber ohne Abfüllung. Die übrigen
Flächen sollen für die Errichtung neuer Büro- und Wohngebäude
mit einer Gesamtfläche von über 100.000 m² (Bruttogeschossfläche)
genutzt werden. Der Wohnanteil wird voraussichtlich nur bei 30 % liegen,
d.h. über 70.000 m² sollen für Büros und Gewerbe
genutzt werden. Interessierte können auch hier Wetten über
die Dauer des Leerstands abschließen! (siehe Millertor-I-Hochhaus).
Die jetzigen BewohnerInnen in den umliegenden Wohnstraßen werden
sich sicher auch über die Schaffung eines neuen Automagneten
freuen: eine mehrgeschossige Tiefgarage mit 1.200 Stellplätzen
soll den zusätzlichen Autoverkehr schlucken, falls die AutofahrerInnen
bereit sind, die Gebühren zu bezahlen. Allerdings kann niemand
garantieren, dass sich der Parkplatzsuchverkehr in den Wohnstraßen
vermindert.
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- Heiligengeistfeld
Der Dom findet dreimal im Jahr für jeweils einen Monat (5 Wochenenden)
statt und hat mehrere Millionen Gäste (der Frühjahrsdom
1998 hatte 2,75 Mio. BesucherInnen). Seit neuestem gibt es Versuche,
im Sinne der Verkehrsvermeidung tätig zu werden. Das Heiligengeistfeld
ist in die Verwaltung der Wirtschaftsbehörde übertragen
worden, die das Gelände zwischen den Domzeiten intensiver nutzen
will. Es sind noch keine genaueren Pläne bekannt, die Wirtschaftsbehörde
will aber einen Beirat mit Betroffenen einrichten, was Schlimmstes
befürchten läßt (mehr Lärm, Abgase, Müll...)
und die Forderung nach einem Gesamtverkehrskonzept für St. Pauli
um so nötiger macht (s. auch Punkt 30).
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- Parkpalette Landungsbrücken
Die Pläne für den Umbau im Rahmen der Expo 2000 (Wattenmeer-Informationszentrum)
und das damit in Zusammenhang stehende IMAX-3D-Kino sind gescheitert.
Dieser attraktive Standort wird sicher auch in Zukunft Begehrlichkeiten
von InvestroInnen auslösen, so daß die Gefahr für
das Stadtbild längst nicht gebannt ist.
Die Broschüre der Stadtentwicklungsbehörde unter dem Titel
"Perlenkette Hamburgs Hafenrand - Die Revitalisierung des nördlichen
Elbufers" (November 2000) nennt für diesen Standort ein
Tourismuscenter und eine sogenannte "Wissensmeile" als künftige
"städtebauliche Perlen" (!?) an den Landungsbrücken.
Zu den Bestandteilen dieser Pläne gehören Gastronomie, Läden,
ein Großaquarium sowie ein Foodcourt [deutsch lt. Pons: food
= Essen, Futter, Nahrung; court = Gericht, Gerichtshof, Hof, Platz,
siehe auch "food chain" = Nahrungsmittelkette].
- Feldeck Ecke Feldstraße/Glacischaussee
War schon einmal als Standort für ein Großparkhaus vorgesehen.
Im Rahmen der Messeerweiterung/-verlagerung kommt Parken erneut ins
Spiel: es soll eine Tiefgarage mit 1.500 Stellplätzen unter das
Heiligengeistfeld gebaut werden, was zur Vertreibung/Existenzvernichtung
vieler Schausteller sowohl in der
Bauzeit der Tiefgarage als auch nach ihrer Fertigstellung führen
würde (zu geringe Deckenbelastung für schwere Fahrgeschäfte).
Die Baukosten für diesen Autokeller unter dem Heiligengeistfeld
belaufen sich vroaussichtlich auf bis zu 30 Mio. €. Da nach seiner
Fertigstellung die jetzt vorhandenen ca. 800 Stellplätze an der
Glacischaussee und auf dem Feldeck entfallen sollen, ergibt sich daraus
ein Preis von € 42.000,00 für jeden zusätzlich entstehenden
neuen Stellplatz (1500 abzüglich 800 vorhandene = 700 neue Stellplätze).
Zum Vergleich: Die Steg hat zwischen 1989 und 1999 für die Sanierung
von ungefähr 1.000 Wohnungen ebenfalls einen Betrag von 30 Mio.
€ aufgewendet - allderdings NICHT, um Blechkisten einzukellern.
Foto vom Feldeck
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